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Miyako-Jima, noch ein Geheimtipp für Europäer

 

Miyako-Jima, eine japanische Insel, die zur Okinawa-Präfektur gehört, ist in Europa und Deutschland als Reiseziel ein Geheimtipp. Die Miyako -Inseln sind eine eigene Inselgruppe als östlicher Teil der Sakishima-Inseln, im Südosten von Okinawa. Die Hauptinsel der Inselgruppe ist Miyako-Jima mit einer Fläche von 159 qkm und ca. 56.000 Einwohnern. Ungefährt 6 Millionen Japaner verbringen ihren Urlaub jährlich auf Okinawa und Miyako, dem äußersten Süden ihres Landes. Sie genießen dort besonders das ganzjährig subtropische Klima, gute Tauchreviere, üppige Natur, die lockere Lebensart und eine für die Inseln typische japanisch-amerikanische Mischung im Alltag.

Miyako Jima Strand
Miyako hat herrliche Badestrände (c) JNTO
 

Amerikanisch? Um das zu erklären muss man etwas in der Geschichte der Inseln zurückgehen. 1945 tobte auf Okinawa die heftigste Landschlacht des Zweiten Weltkriegs auf japanischem Boden. Auf Okinawa kann man noch heute das Hauptquartier der kaiserlisch-japanischen Marine besichtigen. Erst 1972 kamen die Insel zurück an Japan und seit Kriegsende sind Amerikaner mit Militärbasen auf Okinawa vertreten. Die Amerikaner prägten den Alltag mit, und so gibt es heute zweisprachige Verkehrsschilder und interessante Fast-Food-Varianten und amerikanische Bars.

Das ist ansich zwar bemerkenswert, aber noch nichts Besonderes, immerhin gibt es viele Orte auf der Welt, die durch amerikanische Sützpunkte einen amerikanischen Einschlag bekommen haben. Aber Miyako hat eine besonere Beziehung zu Deutschland. Das ist wiederum schon wesentlich untypischer für diesen Winkel der Welt. Auch hier muss man etwas in der Geschichte zurück, um dies zu verstehen. Es geschah am 2. Juli 1873, da strandete während eines Taifuns ein deutsches Handelsschiff am Riff vor der Inseln Miyako (damals noch auf Deutsch "Typinsan") vor dem Dorf Ueno. Trotz hoher Risiken, retteten die Dorfbewohner die 8 deutschen Besatzungsmitglieder und pflegten diese gesund. Kaiser Wilhelm I. war so angetan, dass er als Dank eine Gedenkstele stiftete, die noch heute im Hafen von Hirara steht.

 

Deutsches Kulturdorf Ueno

Dies war der Startschuss einer Beziehung nach Deutschland, die durch Partnerschaften und weitere Gedenksteine gefestigt wurde. 1995 wurde dann das Deutsche Kulturdorf Ueno gebaut, das heute eine der Hauptattraktionen der Insel ist. Neben Fachwerkhäusern, einem Palast aus der Gründerzeit, einem deutschen Restaurant, deutschem Bier, Essen, Musik, Weihnachtsartikeln und Kuckucksuhren fällt besonders ein Nachbau der am Mittelrhein gelegenen Marksburg ins Auge. Wenn es nach den Japanern gegangen wäre, hätten sie die Burg im Original ab- und aufgebaut, dies ging jedoch den Deutschen dann doch etwas zu weit. So wurde sie vermessen und als Replik mit Rittersälen und alten Schlafzimmern als Museum nachgebaut und steht heute mitten in den Subtropen über dem Korallenrifff Miyakos. Auch wenn es etwas klischeehaft ist, so ist es absolut sehenswert und die Ausstellung mit Schwerpunkt zur Rettung der Seeleute durch die Dorftbewohner durchaus informativ.

Miyako
Deutsches Kulturdorf Ueno auf Miyako (c) JNTO
 

Im Jahr 2000 fand auf Okinawa er G8-Gipfel statt und der damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte Miyako und das Kulturdorf. Seitdem wurde die Straße vom Flughafen zum Kulturdorf nach ihm benannt.

 

Urlaubsparadies Miyako

Neben der Beziehung zu Deutschland hat Miyako für deutsche und europäische Touristen aber noch viel mehr zu bieten. Die Insel wird u.a. von Tokyo angeflogen und sind daher gut erreichbar. Wer also eine Städtetripp mit subtropischem Relaxen verbinden will, ist hier richtig. Miyako hat eine Küstenlänge von fast 120 km und feine Sandstrände, die mit üppigem Grün und Palmen umgeben sind. Da Japaner eher selten Strandurlaub machen, ist auf Miyako, obwohl gut besucht, immer ein fast leerer Strand in Reichweite. Die touristische Infrastruktur ist hervorragend und es gibt viele Hotels und exzellente Restaurants, um die gesunde japanische Küche zu genießen. Die Insel ist mit ihren Riffen gut geeignet für Tauchurlaub mit klarem Wasser und subtropischer Unterwasserwelt. Auch andere Sportaktivitäten wie Kayaking sind auf Miyako gegeben.

Romantik auf Miyako
Romantische Momente genießen auf Miyako (c) JNTO
 

Es ist sicher kein Zufall, dass die Menschen auf Okinawa und besonders Miyako auch die Inseln der hundertjährigen genannt werden, da die Einhemischen, u.a. durch ihre vielfältige und gesunde Ernährung fit bis ins hohe Alter bleiben. Da die alten Menschen noch so beweglich und aktiv sind, werden sie in Japan auch gerne "Pin-pins" genannt. Hier werden mit 100 Jahren noch Geschäfte betrieben, Sanshin-Gitarren gebaut, geerntet, Vieh gezüchtet und gesungen.

Neben dem Deutschen Kulturdorf Ueno ist auch die östliche und nordöstliche Spitze der Insel sehenswert. Hier führt eine 1.425 m lange Brücke über das klare, seichte Wasser zur vorgelagerten Insel Ikemajima. Miyako hat auch herrlich-romantische Sonnenuntergänge und einen großen Megalith-Garten zu bieten.

Miyako ist, wenn auch etwas weiter entfernt, eine gute Urlaubalternative auch für Europäer! Ein Europa näheres Reiseziel ist natürlich Rhodos, hierzu erfahren Sie mehr unter Rhodos. Wer mehr die USA erleben möchte, sollte vielleicht einmal die Stadt Boston oder Texas besuchen!